Einfamilienhäuser weiterbauen und neu nutzen

Unterteilen, um zu übergeben

Inhaltsverzeichnis
Frau B. hat ihr Haus vor kurzem an zwei ihrer Kinder übertragen. Die Liegenschaft wurde ursprünglich als Zweifamilienhaus geplant, jedoch von Anfang an als Einfamilienhaus bewohnt. In den 2000er Jahren erwirbt Frau B. das Haus, um dort mit ihrer Familie zu leben. Eine erste Umnutzung erfolgt, als die Kinder erwachsen werden: Im Obergeschoss entsteht eine separate Wohnung zur autonomen Nutzung. Nach dem endgültigen Auszug der Kinder wird das obere Geschoss aufgestockt und als Maisonettewohnung vermietet. Mit Blick auf die Pensionierung wünscht sich Frau B. eine Veränderung. Zwei der Kinder möchten das Haus übernehmen und selbst darin wohnen, das dritte bevorzugt einen Verkauf. Ein geduldiger und komplexer Findungsprozess beginnt, mit dem Ziel, allen gerecht zu werden. Eine weitere bauliche Anpassung wird nötig, um die beiden Wohnungen in ihrer Grösse auszugleichen. Zu Beginn der Umbauarbeiten wird Frau B. das Haus verlassen und in eine Wohnung in der Stadt ziehen.

Hausbeschrieb

Frau B.

Frau B. Frau B. hat vor einigen Wochen ihren Arbeitsprozess abgeschlossen und ist nun frisch pensioniert. Sie hat drei erwachsene Kinder im Alter zwischen 35 und 40 Jahren sowie zwei schulpflichtige Enkelkinder. Sie wohnt im Erdgeschoss ihres Einfamilienhauses. Die obere Wohnung wird vermietet.
Frau B. hat ihr Haus vor Kurzem an zwei ihrer Kinder überschrieben. Dieser Schritt ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, der sich über mehrere Jahre erstreckt hat.

Hausbeschrieb

Das Haus wurde ursprünglich von zwei Familien gemeinsam geplant mit der Absicht, es als Zweifamilienhaus zu nutzen. Noch während des Rohbaus entschieden sich die Beteiligten jedoch gegen ein gemeinsames Wohnen. Das Gebäude wurde daraufhin zum Einfamilienhaus umstrukturiert und von einer Familie bewohnt.
Frau B. und ihr damaliger Ehemann entscheiden sich für das Haus, als ihre Kinder 12, 10 und 8 Jahre alt sind. Kurz nach dem Einzug erfolgt die Trennung des Paares. Frau B. lebt fortan allein mit den drei Kindern im Haus – stets begleitet von einem Hund.
Die Kinder werden älter. Die Tochter zieht kurz nach Abschluss ihrer Lehre aus. Ein Sohn studiert in Bern und ist nur noch an den Wochenenden zu Hause. Lediglich der Jüngste lebt weiterhin im Haus. Zu diesem Zeitpunkt beginnt Frau B. bereits darüber nachzudenken, welche Veränderungen sinnvoll sind.

Hausgemeinschaft mit den erwachsenen Kindern

Als die Tochter den Wunsch äussert, ein Studium zu beginnen, entsteht die Idee, dass die drei Kinder das Obergeschoss als eigene Wohnung nutzen könnten. Da das Haus ursprünglich als Zweifamilienhaus geplant wurde, lässt sich der Umbau unkompliziert realisieren: Es werden eine Wohnungstür und eine Küche eingebaut.
Diese Wohnsituation erweist sich als sehr angenehm. Frau B. empfindet es als gelungenes Modell, mit jungen Erwachsenen nicht in derselben Wohnung, sondern in separaten Einheiten zu leben, mit der Möglichkeit, sich sowohl zurückzuziehen als auch Zeit gemeinsam zu verbringen.

Haus verkaufen oder behalten?

Bevor die Kinder endgültig ausziehen, ist Frau B. klar, dass sich etwas ändern muss. Allein im grossen Haus fühlt sie sich verloren. Innerhalb der Familie gibt es unterschiedliche Meinungen: Ein Kind ist emotional an das Haus gebunden und spricht sich gegen einen Verkauf aus, ein zweites hält einen Verkauf für unsinnig, aufgrund der Einmaligkeit der Liegenschaft. Das dritte hingegen ist klar für einen Verkauf.
Diese Pattsituation veranlasst Frau B., sich ihrer eigenen Wünsche bewusst zu werden. Sie entscheidet sich gegen einen Verkauf und für einen erneuten Umbau in ein Zweifamilienhaus.

Haus teilen und vermieten

Es folgt eine umfassende Sanierung des Gebäudes. Ein Abriss kommt für Frau B. nicht in Frage – eher würde sie verkaufen, als neu zu bauen. Die Sanierung stellt eine grosse Investition dar, etwa in der Höhe des ursprünglichen Kaufpreises. Doch aufgrund der besonderen Lage des Hauses und der stabilen Wertentwicklung erscheint ihr die Investition gerechtfertigt. In der Folge entsteht eine grosszügige Wohnung, die an eine Familie mit zwei Kindern vermietet wird. Später kommt ein drittes Kind hinzu. Es ist eine lebendige Zeit im Garten, und die Nachbarschaft ist von einem sehr guten Verhältnis geprägt.

Nach einem Mieterwechsel stellt Frau B. fest, dass sie sich in der Rolle der Vermieterin nicht wohlfühlt. Sie empfindet diese Aufgabe als herausfordernd, zumal die Mieteinnahmen Teil ihres Einkommens sind. Sie steht unter Druck und ist heute erleichtert, diese Verantwortung abgeben zu können.

Haus verkaufen oder übergeben?

Neben dem Aufwand rund um Vermietung und Instandhaltung stellt sich erneut die Frage: verkaufen oder behalten? Innerhalb der Familie sind die Positionen weiterhin geteilt. Dabei ist klar: Ein einzelnes Kind kann sich das Haus nicht leisten, nur zwei gemeinsam können die Übernahme stemmen.
Für Frau B. ist es zentral, eine faire Lösung zu finden. Ihr Ziel ist es, eine Entscheidung zu treffen, mit der alle Kinder einverstanden sind. Wichtig ist ihr, ohne Zeitdruck vorzugehen, die Entscheidung wachsen zu lassen, Gespräche zu führen und eine Lösung reifen zu lassen.
Ein Zwei-Generationen-Haus wird als Notlösung betrachtet – eine Lösung, die niemand wirklich will. Die Wohnlage ist für das Alter ohnehin nicht ideal: keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, viele Treppen. Eine Erbengemeinschaft kommt ebenfalls nicht in Frage. Das Kind, das den Verkauf befürwortet, will keine Verantwortung für das Haus übernehmen.

Übergabe gestalten

Mit juristischer Unterstützung entscheidet sich Frau B. für eine Lösung, die Klarheit für die Zukunft schafft, indem das Haus zu Lebzeiten überschrieben wird. Die Regelung des Erbes soll spätere Streitigkeiten vermeiden.
Die Finanzierung stellt dabei die grösste Herausforderung dar. Schliesslich wird eine gemischte Schenkung umgesetzt: Das Haus wird geschätzt, der Wert auf drei Teile aufgeteilt. Zwei Kinder erhalten je ein Drittel als Geschenk und zahlen gemeinsam das Drittel des dritten Kindes aus.

Haus neu aufteilen

Ein Umbau ist notwendig, um zwei gleichwertige Wohneinheiten für die beiden Geschwister zu schaffen. Die grössere Wohnung im Ober- und Dachgeschoss wird verkleinert, die kleinere im Erdgeschoss vergrössert und ins Obergeschoss erweitert. Auch Teile des früheren Treppenhauses werden wieder in die Wohnräume integriert. Die Wohnung im Obergeschoss erhält einen separaten Zugang.

Unter Geschwistern wohnen

Die beiden Geschwister, die das Haus übernehmen, haben Stockwerkeigentum begründet, was eine Herausforderung darstellt, unter anderem wegen des Pools im gemeinsamen Bereich.
Für sie selbst steht fest: Sie wird das Haus für eine Mietwohnung verlassen – auch aus finanziellen Gründen. Sie möchte in das Quartier zurückkehren, in dem sie zuvor gewohnt hat. Dort hat sie ihr soziales Umfeld, dort fühlt sie sich verwurzelt.

Loslassen

Für sie selbst stand fest: Sie würde das Haus für eine Mietwohnung verlassen auch aus finanziellen Gründen. Es war ihr klar, dass sie in das Quartier zurückkehren wollte, in dem sie zuvor gewohnt hatte. Dort hat sie ihr soziales Umfeld, dort fühlt sie sich verwurzelt.
Die Wohnungssuche gestaltet sich jedoch schwierig. In dem gewünschten Quartier sind die Mieten hoch, der Markt angespannt. Hinzu kommt, dass sie einen Hund hat – ein Umstand, der bei vielen Vermietern auf Ablehnung stösst. Auch macht sie die Erfahrung, dass Pensionierte nicht überall als Mieterinnen willkommen sind.
Diese Situation setzt sie unter Druck. Ihr Nutzniessungsrecht ist bis Ende Februar befristet, ab März sollen die Bauarbeiten beginnen. Sie weiss, dass sie bis dahin eine Lösung finden muss, eine, die sich nicht nur funktional, sondern auch emotional richtig anfühlt.
Denn das Haus, das sie nun verlässt, ist wunderschön, und der Abschied soll nicht nur mit Verlustgefühlen verbunden sein. Es ist ihr wichtig, nicht nur im Sinne ihrer Kinder zu handeln, sondern auch ihr eigenes Wohlbefinden, ihre eigene Wohnqualität zu berücksichtigen. Inzwischen deutet sich eine gute Lösung an, mit der sie sich identifizieren kann.

Für Frau B. stand eigentlich immer fest, dass sie ihr Haus nicht bis ans Lebensende bewohnen würde. Gleichzeitig hat sie zu ihrem Haus eine starke emotionale Bindung entwickelt, die über die Jahre gewachsen ist. Sie empfindet es als etwas sehr Schönes, etwas weitergeben zu können, und schätzt es als grosses Privileg.

Siedlung

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Dieser Bereich richtet sich an Gemeinden, Kommunen, Bewohnerinnen und Bewohner, die aktiv an der Transformation ihrer EFH-Siedlung(en) teilnehmen möchten. Nur in französischer Sprache verfügbar.

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Der Bericht « Densification des zones villas. Une grille de référence », der für die Region Morges erstellt wurde, ist kostenlos im PDF-Format verfügbar.

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